Puh, ganz schön lange her, dass ich hier die letzten Zeilen getippt habe! Ich bin total aus der Übung und weiß garnicht, wie ich anfangen soll. Einiges hat sich geändert, weshalb hier auch nichts passiert ist. Im letzten Jahr habe ich mir den Traum erfüllt und nach langer Zeit der Überlegung, viel Streit und Tränen wieder ein Pferd zugelegt. Ich bin passionierte Reiterin und verbringe seit jeher einen Großteil meiner Zeit auf dem Rücken der Vierbeiner. Vor einigen Jahren hatte ich bereits die Ehre gehabt, ein einmaliges Pferd mein Eigen nennen zu dürfen. Leider stand diese Verbindung unter keinem gutem Stern, meine Nessie musste schon bald, viel zu früh, von mir gehen. Diesen Verlust zu verarbeiten kostete mich knapp fünf Jahre. Ich habe das Reiten nie aufgegeben, aber eine neue Bindung einzugehen war undenkbar. Im September 2014 reifte der Wunsch nach einem eigenen Pferd erneut. Es verging knapp ein Jahr, bis im August 2015 eine langbeinige schwarze Schönheit mit dem klangvollen Namen "Shining Rose of Punchistown" meine Suche beendete. Ich war total verliebt, aber die Probleme blieben nicht aus. Meine Eltern, keine Pferdeenschen, verstanden den Wunsch so garnicht und waren nicht damit einverstanden, dass ich mir diesen vor Beendigung meines Studiums erfüllte. Die Konsequenz: Ich musste zu Hause ausziehen und der Kontakt zu meinen Eltern brach ab. Unterschlupf fand ich im Haus meiner Oma. In der oberen Etage stand ein Zimmer leer, das ich bezog. Eine Komische Situation war das für uns beide, meine Oma und mich, da wir uns von einer Minute auf die andere Bad und Küche teilten und vorher nie großartig Kontakt miteinander gehabt hatten. Auch wenn die Umstellung heftig war, bin ich ihr wahnsinnig dankbar, dass sie so flexibel war, mich einfach aufzunehmen und bin im Nachhinein sehr froh, so viele gemeinsame Stunden mit ihr verbracht zu haben. Auch ein anderer Mensch bereicherte mein Leben fortan: Ich lernte Florian kennen, einen sympathischen Student, der mich seitdem begleitet. Obwohl uns 30 Kilometer trennten, verbrachten wir fortan jede mögliche Minute miteinander. Ich brauchte seine Unterstützung auch dringend. Obwohl es mir Leid tat, ihn gleich in der Anfangsphase unserer Beziehung so zu strapazieren, war ich einfach unendlich dankbar über einen Menschen, der mich stützte, da der Streit mit meinen Eltern und der rasche Auszug sehr an mir nagte. Auch mit meinem "Röschen", das ich mir so sehr gewünscht hatte, lief es alles andere als rund. Sie zeigte sich als äußerst dominant, clever und gefährlich. Sie hatte keinen Respekt vor mir, überrannte mich förmlich und war an einer Kooperation mit mir kein bisschen interessiert. Im Gegenteil, es konnte gut passieren, dass sie bei meinem Anblick das Weite suchte, sogar über den Zaun sprang. Im Gelände entpuppte sie sich als Steiger. Ich habe einiges an Reiterfahrung und Courage, weswegen wir trotzdem täglich arbeiteten, jedoch auch böse stürzten, als sie wieder einmal gestiegen war. Nicht einmal vom Hufschmied ließ sie sich anfassen. Der kehrte unverrichtetet Dinge wieder um, mit den Worten "Ich will diesen Job noch länger machen." Nachdem wir in den ersten drei gemeinsamen Monaten bereits in drei Ställen gestanden hatten, war klar, dass es so nicht weiter gehen konnte. Ich verzichtete fortan auf das Reiten und startete mit meinem schwarzen Ungetüm von null. Und ja; was keiner geglaubt hatte, wurde wahr: Heute, genau ein Jahr nach unserem Tiefpunkt ist sie das Reitpferd, welches ich mir immer gewünscht habe. Auch meine Beziehung zu Florian änderte sich grundlegend. Schon im April 2016 zogen wir in eine gemeinsame Wohnung auf dem Land. Und das nicht alleine: gemeinsam gründeten wir einen kleinen Pferdestall. Heute wohnen neben dem Röschen auch noch drei andere Pferde bei uns. Was bei all den Veränderungen fast ins Hintertreffen geriet: mein Studium. Ich befinde mich aktuell im siebten Semester meines Lehramtsstudiums. Im August schrieb ich ein Examen, die Zulassungsarbeit ist seit letzter Woche abgegeben. Wenn alles nach Plan läuft, werde ich im Frühjahr 2017 das Studium abschließen und im September mein Referendariat beginnen.
Ihr seht, die letzte Zeit war mehr als turbulent. Bestimmt versteht ihr, dass ich nicht bloggen konnte, zumal ich ja einen Großteil der Zeit lang nicht einmal Internet hatte. Ich hoffe, dass sich die Lage nun beruhigt und ich ab und an wieder Zeit habe, ein paar Zeilen zu tippen.
Einen kuscheligen Herbstabend wünscht euch Vanessa
Das Bild zeigt mich mit den beiden "Neuzugängen" und meinem allertreusten Hundchen Felix.
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